K.U.R.S.K   


K.U.R.S.K ist eine freie Zürcher Theatergruppe. In ihren Projekten beschäftigt sie sich mit politischen und historischen Themen in Verbindung mit Literatur.


DER WIDERSPRUCH – EIN EINSAMES VOLKSLIED 



Zoom-Aufzeichung auf Vimeo

ZOOM / Gessnerallee Zürich / Juni 2020
ein Projekt von NeueDringlichkeit und K.U.R.S.K


Funktion: Musikalische Leitung

Liliane Koch/Christopher Kriese/Timo Krstin/Sandra Lang /Maja Leo /Thomas Mulo/Ronja Rinderknecht/Lukas Sander/Karsten Sandow/Lisa Schröter/Nele Solf/Stephan Stock/Maude Vuilleumier/Miriam Walther Kohn/Rosanna Zünd


Neue Dringlichkeit untersucht seit anderthalb Jahren, wie politische Kommunikation, Spaltung und Radikalisierung funktionieren. Beim Spazierengehen in Tübingen stolperte das Kollektiv über ein Denkmal des Komponisten Friedrich Silcher («Alle Jahre wieder», «Die Loreley», «Der Gute Kamerad»), erbaut 1941 von württembergischen Nazis. Eine Brutalität in Stein, die mitten in der Innenstadt thront und an Tübingens dunkle Vergangenheit erinnert. Von diesem Denkmal aus spannen sich Fäden zur Nationalromantik des 19. Jahrhunderts, zur Vereinnahmung der Künste durch die Nazis und zu Propagandamethoden heutiger rechter Kräfte.

Um sich das Ganze genauer anzusehen, wurde das Kollektiv Kursk zur Hilfe gerufen und mit vereinten Kräften haben sie im letzten Winter in Tübingen:
1. Die Volksliedtradition und die Nationalromantik des 19. Jahrhunderts scheel angeschaut
2. Volkslieder umgedichtet und sie mit einem Chor gesungen
3. Schwäbische Trachten und Lederhosen angezogen
4. Das Nazidenkmal für den Volksliedkomponisten Friedrich Silcher zum antifaschistischen Mahnmal umgewidmet
5. Aus all dem ein Lehrstück gemacht

Und haben sich dann zurück in Zürich:
6. Von einer Pandemie aus dem Konzept bringen lassen
7. Ein neues Konzept für eine Online-Adaption ausgedacht
8. In der Gessnerallee ein virtuelles Theaterstudio errichtet, in dem sie mit euch in der Isolation nach Formen des gemeinsamen politischen Denkens und Handelns suchen möchten


"DER WIDERSPRUCH, ein einsames Volkslied" in der Presse (Auswahl):
Tages Anzeiger
SRF Kompakt (ab Minute 14:30)


GOTTESANBETER_Innen









Theaterhaus Gessnerallee Zürich / April 2018
ein Projekt der KURSK


Funktion: Musikalische Leitung, Komposition, Performance

Timo Krstin / Liliane Koch / Lukas Sander / Rosanna Zünd / Katharina Heissenhuber
/ Marie-Theres Hölig
im Rahmen von ZH-REFORMATION 2018
eine Rezension der PS-Zeitung befindet sich hier: PRESSE

Gottesanbeter_Innen erzählt eine Parabel über den Riss, der durch unserer Gesellschaft geht, den Riss zwischen Ost und West, zwischen Bürgertum und Proletariat, zwischen Stadt und Land.
Den Ursprung dieser Spaltung sucht es exemplarisch im Umgang zweier junger Frauen mit dem religiösen Erbe ihrer Familie, die eine aus bürgerlich schwäbischen Verhältnissen, die andere nach der Wende aufgewachsen in einer verarmten ländlichen Region nahe der tschechischen Grenze.
Drei Geschichten kreisen um die Gottesanbeterin, im Konkreten und Metaphorischen, die Autobiographien der beiden Performerinnen Liliane Koch und Marie-Theres Hölig und eine Erzählung aus dem Leben des Insektenforschers Jean-Henri Fabre.
Zusammen ergeben sie eine Performance-Oper über West und Ost, Bildungsbürgertum und Proletariat in unserer Zeit – und über die Frage, welchen Beitrag Religion zur Spaltung der Gesellschaft leistet. Ein atheistisches Bühnenpamphlet.


Fotos: Timo Krstin, Film: Timo Schaub



LEOPARDENMORDE







Theaterhaus Gessnerallee Zürich / Oktober 2016
ein Projekt der KURSK


Funktion: Musikalische Leitung, Komposition, Performance


Timo Krstin / Liliane Koch / Lukas Sander / Rosanna Zünd
im Rahmen des Freischwimmer Festivals 2016/17 in den Sophiensälen Berlin, Brut Wien, Mousonturm Frankfurt, FFT Düsseldorf, HochX München und eingeladen zum Flare Festival Manchester

In "Die Leopardenmorde" geht die KURSK den Spuren ihrer eigenen kolonialistischen Vergangenheit nach.
Der Grossvater von Timo Krstin war Sisal-Pflanzer und Abenteurer in Deutsch-Ostafrika. Seine Erlebnisse hat er versucht, in einem Roman zu Kunst zu verarbeiten und der Weltöffentlichkeit zu vermachen. Nach dem Scheitern dieses Projekts wurde er ranghoher Nazi. Am Beispiel des nie veröffentlichten Romans sucht die KURSK jenen Blick, den wir heute auf "den Afrikaner" werfen, wenn er etwa über das Mittelmeer zu "uns" flüchten will, am Ursprung seiner Entstehung: der rassistischen Kolonialisierung Afrikas. Schon im Roman ist die versehentliche Vermischung von Politik und Ästhetik angelegt, die sich nach dem Ende der Kunst zur ästhetischen Politik des Faschismus auswächst.
"Die Leopardenmorde" zeichnet diesen Weg nach und fragt nach modernen Möglichkeiten politischer Kunst.

"DIE LEOPARDENMORDE" in der Presse (Auswahl):
TAZ - Die Tageszeitung / 05.12.2016
FAZ - Frankfurter Allgemeine Zeitung / 12.01.2017
The Greater Manchester Reviewer / 07.07.2017
Falter / 30.11.2016



Fotos: Piotr Rybkowski, Film: Timo Schaub

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